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Auch in Corona-Zeiten für die Menschen da

„Auch wenn zurzeit die Arbeit durch die Kontaktsperre schwierig ist, versuchen wir den Menschen zu helfen, die Opfer einer Straftat geworden sind,“ erläutert Brigitte Grüning, Außenstellenleiterin Herne, die aktuelle Situation. Telefon, Email und Online-Beratung sind Möglichkeiten Kontakt zum WEISSEN RING aufzunehmen. „Besondere Sorgen machen uns zwei Dinge: Häusliche Gewalt und Trickdiebstähle von Tätern, die die Notlage von älteren Menschen schamlos ausnutzen,“ so Grüning.

„In Herne machen Gewalt gegen Frauen und Kindern rund vierzig Prozent unserer Arbeit aus“, berichtet Grüning.

Häusliche Gewalt ist auch in „normalen“ Zeiten in Deutschland alltäglich: Mehr als 140.000 Fälle wurden 2018 bei der Polizei angezeigt — statistisch wird demnach knapp alle vier Minuten ein Mensch Opfer von Gewalt in den privaten vier Wänden. Die Dunkelziffer ist allerdings erheblich, der WEISSE RING geht insgesamt von mehr als einer Million Fälle pro Jahr aus. In diesem Jahr könnten es wegen der Corona­-Maßnahmen deutlich mehr Opfer geben.

In Zeiten eingeschränkter Bewegungsfreiheit führt oft schon die räumliche Enge zu Konflikten. Kurzarbeit, Schul-und Kitafrei, Homeoffice usw. geben den Menschen kaum Möglichkeiten sich aus dem Wege zu gehen. Bestehende Probleme eskalieren unter diesen Bedingungen schnell. Dazu kommen finanzielle Sorgen und Existenzängste.

Die Spannungen können sich in Gewalt entladen. Wir Opferhelfer kennen das schon von Festtagen wie Weihnachten. Da entladen sich auch durch das längere Zusammensein oft Spannungen und dies schon bei drei Feiertagen.

„In Fallzahlen lässt sich das noch nicht belegen“, berichtet Grüning.

Die Gewalt ist vorhanden aber noch nicht sichtbar.

Das ist aber auch nicht verwunderlich, denn durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit ist auch die Möglichkeit, ungestört zu telefonieren begrenzt. Fluchtmöglichkeiten durch die eingeschränkten Reisefreiheiten fehlen auch. Eltern und Verwandte sollen wegen der Ansteckungsgefahr nicht aufgesucht werden. Die Frauenhäuser sind voll und diese haben auch keine Möglichkeiten, zusätzliche Plätze zu schaffen, da Sicherheitsabstände eingehalten werden müssen. Selbst Arztbesuche sind zu dieser Zeit schwierig.

Frauen, die Gewalt erleben, verlassen die Situation nur, wenn sich ihnen eine Alternative bietet. „Diese fehlt zurzeit gänzlich“, erläutert Grüning die Situation.

Verwandte, Bekannte und Freunde sollten deshalb in diesen Zeiten besonders achtsam sein. Die Opferhelfer vom WEISSEN RING sind auch in Corona Zeiten erreichbar.

Rufnummern, unter denen der WEISSE RING in Herne erreichbar ist:

Außenstelle Herne:

02323  944335

Bundesweit :116006 Opfertelefon kostenfrei, anonym

Onnlineberatung über die Internetseite:weisser-ring.de

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